Früher war mehr Lametta

Irgendwie gehört der Weihnachtsbaum ja schon zum Weihnachtsfest dazu. Letztes Jahr haben wir einen besonders nicht-nadelnden-Bio-Baum-Nordmanntannen-Prachtkerl (so in etwa die Produktbeschreibung) gekauft. Der Geldbeutel war dann leer. Wenige Tage später war dafür das Wohnzimmer voll – mit Nadeln. Das muss doch besser gehen, haben wir gedacht und sind dieses Jahr auf einer Webseite auf eine inspirierende Variante gestossen. So sollte es diesmal auch bei uns werden.

Wir bauen uns also einen Baum aus Holz selber. Von einem alten Schrank hatten wir noch die Rückwand übrig. Darauf haben wir unsere Baum-Silhouette skizziert.

schablone

Diese Schablone wird ausgesägt.

aussaegen

Nach dem Schleifen sieht der Baum schon ganz nett aus!

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Die Kerzen sollen auf kleinen Plattformen stehen, die an den Baum geschraubt werden. Diese kleinen Holzplättchen werden aus Multiplex-Resten gesägt.

brettchen

Nun ist ein Weihnachts-Tannenbaum natürlich grün, da wollen wir nicht zu weit vom Original abweichen. Im Baumarkt finden wir passende Kreidefarben (der Sprühlack ist für die Kerzenständer) …

farben

… und bemalen damit unseren Baum.

gestrichen

Schlussendlich wird der Baum noch mit Kerzenständern versehen und geschmückt. Die Kerzenständer haben eingentlich noch einen Fuß. Den haben wir abgeschnitten und den Rest auf die Holzplättchen geklebt.

detail

Der fertige Weihnachtsbaum wird an der Wand befestigt, damit er die Weihnachtszeit auch unbeschadet übersteht (und hoffentlich noch viele andere).

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Weihnachten kann kommen!

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Spielzeug Selber Machen

Kinder lieben Spielzeug. Das ist nun keine bahnbrechende Erkenntnis. Allerdings lieben Kinder nicht immer das gleiche Spielzeug, das auch die Eltern toll finden. Die Rosa-Bunt-Quietsch-Blink-Mafia, die ihre Produkte gerne in Spielwarengeschäften ausstellt, hat beispielweise ein Sortiment, das mich nicht so anspricht. Das Kind soll sich gerne hier und da was davon aussuchen, aber vielleicht lässt sich das ergänzen? Ja, das lässt sich ergänzen: mit DIY-Spielzeug. Das gefällt dem Kind tatsächlich auch, insbesondere, weil man es sogar gemeinsam bauen kann. In den letzten Monaten sind so ein paar Spielzeuge bei uns entstanden von denen ich hier berichten möchte.

Zunächst ist da die Schokoladentafel. Die wird aus Sperrholzresten gemacht. Die einzelnen Stücke werden zurechtgesägt und am Rand ein wenig angeschliffen. Manche Stücke kommen einzeln vor, manche hängen zusammen. Die zusammenhängenden Stücke unterteilt man einfach mit einer kleinen Kerbe. Zuletzt werden die Stücke noch in eine kleine Pappschachtel eingepasst – fertig ist die Schokoladentafel.

schokolade

Von der Schokoladentafel zum Einkaufsladen ist es eigentlich nicht mehr weit. Fehlt nur noch das Zahlungsmittel. Mit der Kinderkasse ist das bargeldlose Zahlen bereits vorgesehen. Vielleicht ist es aber dennoch schön, auch ein paar Münzen klimpern zu lassen. Ein Eierbecher dient als Schablone für etwas Karton-Zuschnitt. Die Scheiben werden beidseitig mit Gold- oder Silberstift angemalt und bekommen ihre Wertzahlen. Los geht’s mit der kapitalistischen Früherziehung!

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Digitalisierung ist in aller Munde, vielleicht haben wir ja bald alle Haushaltsroboter. Höchste Zeit, dass auch das Kind auf diese Zeit vorbereitet wird. Auch für den Roboter kommen lauter kleine Holzreste zum Einsatz. Der T-förmige Torso zeigt, wie stark der Roboter ist. Die Gliedmaßen und der Kopf werden mit Schrauben am Rumpf befestigt. Dazu werden die Löcher vorgebohrt, damit die einzelnen Teile zueinander beweglich bleiben. Asimov freut sich!

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Das Wasser haben wir ja bereit mit dem Boot erobert. Fehlt noch der Luftraum. Auch hier setzen wir das Fahrzeug aus Holzresten zusammen. Der Rumpf wird aus einer Leiste mit quadratischem Querschnitt gefertigt. Die beiden Enden sind dynamisch und luft-schnittig abgeschrägt. Die Flügel und die Heckflosse werden aus Sperrholz gesägt. Zur Befestigung werden in den Rumpf passende Kerben geschnitten und die Bauteile mit einem kleinen Nagel fixiert. Die Passagiere bekommen einen Gummigurt und nehmen (nicht ganz realitätsgetreu) auf der Maschine Platz.

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Das Kind hat neuerdings die Dinosaurier für sich entdeckt. Einem Buch zum Thema ist zu entnehmen, dass man die Knochen der Dinosaurier in der Erde finden kann und einfach ausbuddeln muss. Leider hat eine erste Suche im Garten dieses Versprechen nicht halten können. Als Abhilfe dienen diese beiden Knochenattrappen, die aus Sträucher-Schnitt-Holz entstanden sind. Die können wunderbar in der Sandkiste verbuddelt werden und dann von dem Mini-Archäologen geborgen und natürlich klassifiziert werden (“Tyrannosaurier oder Flugsaurier?” Man weiss es nicht.).

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Zugegeben, all’ das Spielzeug erfährt nicht immer die gleiche Aufmerksamkeit wie das aus der Glitzer-Bunt-Fraktion. Als kleine Ablenkung zwischendrin ist es aber allemal geeignet.

Ein Dach über dem Kopf

Kinder verkriechen sich gerne in Höhlen. Oder klettern über Hindernisse. Oder machen die Tür hinter sich zu; und wieder auf. Nicht selten aber stehen dabei die Eltern im Wege, die etwa behaupten, dass ein Küchenschrank gar keine geeignete Höhle sei (außer vielleicht für die Töpfe). Zeit, dass die Kinder ausziehen. Raus aus dem Wohnraum und ab in den Garten. Rein ins Spielhaus. Da ist das Kind der Boss.

Daher soll in unserem Garten also ein Spielhaus entstehen. Das von Grund auf selber zu konstruieren und insbesondere das Material zurechtzusägen, war mir aber zu aufwändig. Spielhäuser kann man nämlich auch in vielen Variationen als Bausätze kaufen; entweder im Baumarkt des Vertrauens, oder – wie bei uns – über das Internet. Einfach nur ein solches Haus in den Garten zu stellen, war mir aber dann doch zu einfach. Wenn schon Bausatz, dann sollte der wenigstens auf Stelzen stehen und eine Veranda haben und Aufgänge … aber fangen wir vorne an.

Ein Spielhaus auf Stelzen benötigt ein ordentliches Fundament. Darin habe ich ja schon Erfahrung und so sind die vier Pfostenträger schnell im Boden verankert.

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Als nächstes kommt die Stelzenkonstruktion. Ich dachte, dass ich da einfach beim Holzhändler um die Ecke anfrage. So ein paar Balken können ja nicht die Welt kosten. Mit Erhalt der Preisauskunft, fiel mir aber erst einmal die Kinnlade runter. Die kosten beinahe nochmal soviel wie der Bausatz für das ganze Haus. Und dann hat man noch keine Aufgänge.

Durch einen glücklichen Umstand hörte ich gerade rechtzeitig von einem Förster ein paar Dörfer weiter, der sägerauhes Holz aus seinem Forst zu günstigen Preisen verkauft. Maße übermittelt, Transporter gemietet und schon liegt die Auffahrt voller Holz in verschiedenen Stärken und Längen.

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Im Gegensatz zur Bestellung beim Holzhändler ist das Holz aber noch weit entfernt von den für den Bau notwendigen Maßen. Entsprechend aufwändig fällt das Zuschneiden aus, insbesondere, da ich keine Kreissäge sondern nur eine mittelprächtige Stichsäge mein Eigen nenne. Früher oder später ist aber alles zugeschnitten.

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Leider ist es auch damit noch nicht getan. Damit Kinder mit dem späteren Spielhaus spielen können, muss das Holz noch ordentlich geschliffen werden. Eigentlich wäre wohl fast Hobeln einfacher gewesen.

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Dann kann es endlich mit dem eigentlichen Bau losgehen. Der Stelzenrahmen wird in die Pfostenträger eingelassen und verschraubt.

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Die Anleitung ist zwar nicht ganz trivial zu durchschauen aber in Summe lässt sich auch das Gestell des Spielhaus-Bausatzes gut zusammenbauen.

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Und wie in allen anderen Projekten gilt auch hier: Ist der erste Schritt getan, dann läuft es fast von selber.

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Die größte Herausforderung war der Dachstuhl, da er losgelöst von der restlichen Konstruktion zusammengesetzt wird. Im Anschluss muss er natürlich dennoch zum Rest passen. Insgesamt ist aber keine Millimeterarbeit erforderlich und was nicht passt, wird eben passend gemacht.

Hier endet das, was der Bausatz beinhaltet (bis auf Fenster und Türen, die ich später zusammengesetzt habe und die man auf den Bildern weiter hinten in diesem Post noch sehen kann). Es fehlen aber noch Möglichkeiten, das Haus zu betreten. Der Boden befindet sich auf einer Höhe von etwa 1.2 m, da hüpfen die Kleinen nicht mal eben so hoch.

Wir haben uns zum Überwinden des Höhenunterschieds für zwei Aufgangstypen entschieden. Auf der einen Seite führt eine Treppe hinauf, auf der anderen Seite eine Kletterrampe. Hier sind die beiden Seitenteile der Treppe zu sehen:

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Verschraubt mit den Treppenstufen und einem Endbrett sieht es schon recht Treppen-artig aus.

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Im endgültigen Ausbau am Spielhaus bekommt die Treppe auch noch ein ordentliches Geländer.

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Die Kletterrampe ist zunächst nur eine schiefe Ebene. Die Klettergriffe, die man aus den Kletterhallen kennt, waren uns zu teuer. Da tun es auch ein paar Aststücke von Bäumen und Sträuchern, die in der letzten Zeit gerodet wurden.

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Um zu guter Letzt dem Spielhaus ein wenig Villa-Kunterbunt-Flair zu geben, wird die letzte offene Flanke mit einem Zaun verschlossen.

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Und fertig ist das Spielhaus (hier auch mit Tür und Fensterläden):

13_fertig

Nein, ganz fertig ist es noch nicht. Es muss dringend noch einen Anstrich bekommen, damit es ein paar Jahre übersteht. Überhaupt wurde es jetzt zu einem Zeitpunkt im Jahr fertig, der gar nicht mehr so sehr zur Benutzung einlädt. Die Stufen sind fast immer glitschig und zum im-Haus-Sitzen ist es schon zu kalt. Wir setzen unsere Hoffnungen also auf den nächsten Frühling.

Und dann – so hoffen wir weiter – wird das Stelzen-Spielhaus ordentlich beklettert, genutzt und bespielt.

Wohin mit den Schuhen?

Früher standen unsere Schuhe in einem riesigen, dunklen, unansehnlichen IVAR-Klotz. Dann kam das Licht. Und wohin nun mit den Schuhen?

Wir haben eine Wand einreißen lassen und durch ein Fenster ersetzt. Das ist schön, kostet aber Stauraum. Den muss man kreativ ersetzen. Unter dem Fenster haben wir noch ca. 40 cm Mauerwerk stehen lassen. Dieses Mauerstück soll als gemütliche Sitzbank mit Blick nach draußen hergerichtet werden. Damit man auf der Bank auch gemütlich sitzen kann, muss sie eine ausreichende Breite haben. Da liegt es nahe, die unter der Sitzfläche gewonnen (verlorene?) Fläche als Stauraum für Schuhe zu nutzen.

Wir haben also aus Multiplex-Brettern ein Regal gezimmert. Bei der Höhe der Regalfächer wollten wir uns noch nicht endgültig festlegen. Eine Recherche zu einer flexiblen Umsetzungsmöglichkeit hat diese tolle Loch-Bohr-Schablone ans Tageslicht gebracht:

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Damit kann man sechs Löcher in identischem Abstand bohren. Dann setzt man einen Stift durch das erste Loch der Schablone und das letzte gebohrte Loch und kann die nächsten fünf Löcher bohren. Damit wird sichergestellt, dass alle Löcher den gleichen Abstand haben. Für die Löcher findet man auch die passenden Stifte und hat damit ein flexibles System zum Setzen der Regalböden.

Sind die Bretter zugeschnitten und mit Löchern versehen, muss der Kasten verleimt werden. Unsere Schraubzwingen waren zum Halten allerdings zu kurz. Als Ersatz müssen ein paar Spanngurte aus dem Transportsortiment reichen.

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Dann kann das Regal angeschraubt werden. Über der Restmauer und dem Schuhregal haben wir eine Arbeitsplatte verlegt, die mit 55cm Tiefe ausreichend Platz zum Ausbreiten bietet:

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Dank der vielen Möglichkeiten zur Ausrichtung der Regalböden finden alle Schuhe Platz.

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Der Sommer kann kommen und die Schuhe können gerne größer oder kleiner werden – wir sind bereit.

Auch der Schuppen muss durch den Winter

Ein Schuppen ist eine feine Sache. Da kann man nicht nur Fahrräder und Gartenwerkzeuge unterbringen, nein, auch der Paketbote findet dort ein trockenes Plätzchen, wenn er die neue Lieferung vom Ich-zerstöre-den-renommierten-Einzelhandel bringt. Ein alter Schuppen stand schon auf unserem Grundstück, als wir es gekauft haben. Irgendwie habe ich aber schon von Beginn an geahnt, dass dort wohl mal ein frischer Anstrich (oder mehr) notwendig sein wird.

So habe ich mir die Substanz im Herbst mal genauer angesehen. Begonnen habe ich mit den tragenden Pfosten. Die steckten einfach so im Boden. Ich habe also nachgesehen, wie gut das Holz unterhalb der Erdbodengrenze aussieht. Erkenntnis: Nicht so gut.

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Also habe ich zehn der Pfosten ausgegraben und, wenn sich der untere Teil des Pfostens nicht bereits von alleine aufgelöst hatte, etwas oberhalb des Bodens abgesägt. Die entstandenen Löcher wurden mit Beton ausgegossen und darin je ein Metallanker einbetoniert. Die oberen unbeschädigten Teile der Pfosten wurden in den Ankern verschraubt. Das hatte ich ja schon beim Sichtschutzzaun geübt. Das optische Ergebnis der Betonfundamente wollte ich optimieren und habe daher mit verschiedenen Verschalungen beim Beton-Gießen experimentiert. Herausgekommen sind Quader …

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und Zylinder,

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die am Ende wegen ihre einfachen Umsetzung das Rennen bei den meisten Pfosten gemacht haben. Im Ergebnis sieht es nicht nur schicker aus …

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sondern hält vor allem wieder ordentlich. Nun habe ich berechtigte Hoffnung, dass der Schuppen wieder ein paar Jahre länger hält.

Wenn man aber schonmal dabei ist, warum nicht gleich richtig? Auch die Elektroleitungen waren abenteuerlich zusammengeflickt und bestanden teilweise aus Kaskaden von Mehrfachsteckdosen. Das geht doch auch schöner (und sicherer!)

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Ja, und wenn das Licht am Ende der neuen Leitungen endlich alles schön ausleuchtet, dann kann man auch gleich das Werkzeug ordentlich aufhängen …

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und die Baumaterialien in Reih’ und Glied aufstellen.

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Fertig ist der Schuppen Reloaded.

Nein, ganz fertig ist er natürlich noch nicht hergerichtet. Auch das Dach ist in die Jahre gekommen und an der einen oder anderen Stelle undicht. Damit kommen wir zwar über den Winter aber dann muss man da wohl auch mal ran. To be continued.

Der Wecker

Es gibt viele Dinge, die ich nicht über Kinder wusste bevor ich selber eins bekommen habe. Beispielsweise war mir nicht in gebotenem Maße klar, dass Kinder nicht speziell in der Nacht schlafen wollen. Es kommt immer wieder vor, dass das Kind unmittelbar nach dem (selbst bestimmten) frühmorgendlichen Aufstehen mitteilet, dass es jetzt müde sei. Noch häufiger aber versuchen Frau und ich das Kind nachts davon zu überzeugen, dass jetzt Nacht sei und man noch nicht aufstehen könne. Ein Verweis auf “Tag” und “Nacht” über die Attribute “Sonne, hell” und “nicht Sonne, nicht hell” fällt im Winter zunehmend schwer. Dem versuche ich nun Abhilfe zu schaffen: durch einen binären Wecker.

Der Wecker soll also zwei Zustände haben: “Sonne” und “nicht Sonne”. Da das mit Negationen vielleicht nicht so einfach ist, haben wir uns vereinfachend für “Sonne” und “Mond” entschieden. Ich als Informatiker hätte “Sonne” und “!Sonne” bevorzugt. Ersteres repräsentiert den Tag (hier kann man an das Aufstehen denken), zweiteres die Nacht (bitte Augen wieder zu machen). Einen solchen Wecker habe ich also gebaut.

Jetzt gibt es sicher viele Wege, einen Wecker zu bauen. Ich dachte mir, das ist eine prima Möglichkeit, erste Erfahrungen mit einem Arduino zu sammeln. Da das Projekt gleichzeitig möglichst kostengünstig sein sollte, habe ich mich für einen Arduino Nano entschieden. Der übernimmt die Steuerung (Logik) des Weckers. Da der Wecker entweder eine Sonne oder einen Mond anzeigen soll, braucht man zusätzlich zwei LEDs. In einschlägiger Quelle kann man zusätzlich nachlesen, warum zur Ansteuerung jeder LED außerdem ein Widerstand benötigt wird (Pro-Tip: R=U/I).

bauteile

Ein Arduino kann zwar ziemlich viel, aber nicht alles. Beispielsweise kann er sich die Zeit nicht merken. Um dieses Manko zu beheben, habe ich meinen Aufbau um ein Zeit-Bauteil (DS1307, Real-Time Clock) erweitert. Das kann im Prinzip nicht mehr als zählen. Irgendwann muss man ihm die aktuelle Zeit nennen und dann zählt es immer weiter. Durch eine aufgesteckte Batterie zählt es insbesondere auch dann weiter, wenn die Stromversorgung mal unterbrochen sein sollte.

Die Elektronik will natürlich auch getestet werden und so habe ich die einfache Schaltung zunächst auf einen Breadboard zusammengesteckt.

testaufbau

Klappt.

Der Wecker soll natürlich kindgerecht aussehen und bekommt daher einen ordentlichen Holzrahmen.

bauteile_rahmen

Der Rahmen wird verleimt und dient damit als Gehäuse für die Elektronik.

einbau

Das drehen wir aber besser schnell wieder um. Nicht, dass da jemand auf falsche Gedanken kommt. Die Frontseite sieht auch viel freundlicher aus. Die beiden Öffnungen im Gehäuse dienen natürlich dazu, die beiden Symbole “Sonne” und “Mond” zu beleuchten. Das passende Motiv ist schnell aus einem Kinderbuch mit etwas Hilfe durch ein Bildbearbeitungsprogramm zusammengestellt.

motiv

Quelle: Miriam Cordes, Nele Moost: Ein Stern leuchtet für dich, Ravensburger Buchverlag, 2011 (ergänzt durch eigene Illustrationen)

Den Arduino kann man nun auf viele verschiedene Arten programmieren. Die einfachste davon ist die Verwendung der Arduino IDE. Die hat zwar viele Einschränkungen, dafür erzielt man sehr schnell erste Erfolge und kann einfache Projekt (wie dieses hier) sofort und ohne Einstiegshürden umsetzen. Das entwickelte Programm kennt zwei Zustände (Tag und Nacht) und lässt abhängig davon eine der beiden LEDs leuchten. Mit Hilfe einer Start- und einer Endzeit wird zwischen den beiden Zuständen hin- und hergeschaltet.

Fertig ist der Wecker. Nun muss ich ehrlich sein, ganz so einfach (Kind wacht auf – prüft den Wecker – stellt fest, es ist noch Nacht – schläft wieder ein) ist es nicht. Dennoch finde ich es bei einer nächtlichen Diskussion mit dem Kind, ob es nicht schon Zeit zum Aufstehen ist, sehr hilfreich, auf den Wecker (“Da ist ja noch der Mond!”) verweisen zu können und mich nicht nur auf die väterliche Autorität verlassen zu müssen (“Ich sage dir, es ist noch Nacht!”). Mission accomplished.

Good Vibrations – Das “Käschtle”

Ich habe eine Stereoanlage. Und eine MP3-Sammlung. Beides für sich ist toll. Zusammen war es bisher immer ein Krampf. Meist habe ich das Notebook vor die Anlage geschleppt, unter Verrenkungen eine Kabelverbindung hergestellt und … ein Lied gehört. Dann wurde das Ganze wieder abgebaut. Das muss doch besser gehen, dachte ich seit langem; und habe trotzdem nix Passendes gefunden. Bis ich von der Kombination aus Volumio und einem Raspberry Pi gehört habe. Einen Versuch ist es wert, dachte ich mir.

Volumio ist eine aufeinander abgestimmte Sammlung von Softwarekomponenten zur Verwaltung und vor allem Steuerung einer Musiksammlung. Bereitgestellt wird der Zugriff über eine schicke Weboberfläche.

Zunächst braucht man zur Inbetriebnahme die richtige Hardware. Das ist als Basis ein Raspberry Pi. Viel mehr als ein Krächzen ist dem aber nicht zu entlocken. Glücklicherweise gibt es DACs (z.B. Hifiberry), also Erweiterungen, die die fehlende Soundqualität in Form eines Aufsteckmoduls nachliefern. Außerdem braucht man einen USB-WLAN-Stick für die Fernsteuerung und natürlich eine SD-Karte für die Software.

elektronik_bauteileAuf die SD-Karte überträgt man einfach das Image, das direkt von Volumio zur Verfügung gestellt wird. Bereits beim ersten Booten startet damit Volumio und liefert (fast) alle notwendigen Einstellungen mit. Selbst die Konfiguration des DACs und des WLAN-Sticks kann man direkt aus Volumio heraus vornehmen. Das System ist also schnell zusammengesteckt. Bleibt noch die Frage, wie auf die Musik zugegriffen werden kann. Auch da liefert Volumio einige unterschiedliche Möglichkeiten mit (USB-Festplatte, NAS, temporärer Speicher über Netzlaufwerksfreigabe). Die von mir bevorzugte Lösung – die Musik kommt mit auf die SD-Karte – ist leider nicht mit dabei. Mit ein wenig Kreativität ist auch das schnell nachgezogen.

Jetzt will man die nackte Hardware aber natürlich nicht auf der Stereoanlage rumliegen haben – ein schmuckes Kästchen (ab hier nur noch “Käschtle” genannt) muss her. Dazu habe ich mir die sechs Seitenflächen aus Multiplex auf Gehrung gesägt.

holzteileDabei möchte ich auf den neusten Zuwachs in meiner Werkstatt hinweisen: eine Japansäge mit Schneidlade:

sägeladeDer perfekte Schnitt gelingt zwar auch damit noch nicht direkt, mit etwas Übung sind die Ergebnisse aber schnell besser als mit der Stichsäge. Die Seitenflächen werden miteinander verklebt und die Elektronik mit kleinen Abstandshaltern im Inneren verschraubt.

befuellter_kastenFertig ist das Käschtle.

geschlossener_kastenDas findet seinen Platz auf der Stereoanlage und fügt sich trotz des ganz anderen Materials wunderbar ein.

im_einsatz2Und? Ist das nun die Lösung? Ja, sie ist es. Zumindest bis auf Weiteres. Der Zugriff ist bequem und komfortabel, die Tonqualität ist sehr gut und endlich scheitert das Hören eines einzelnen Songs nicht mehr daran, dass es zu umständlich ist, ihn auf die Anlage zu bringen. Ganz nebenbei empfängt Volumio über Airplay beispielsweise auch die Tonspur von Filmen, die man auf dem Notebook guckt; damit gewinnt sogar das Heimkino etwas dazu.