Kling, Glöckchen, Kling!

Man soll es nicht glauben, aber es gibt doch tatsächlich noch Haushalte, die keine Klingel haben. Unseren zum Beispiel. Genauer gesagt: “hatten”. Aber ich will vorne beginnen. Das Haus hat schon eine bewegte Geschichte hinter sich und an irgendeiner Stelle hat es wohl erst seine Haustüre verloren und möglicherweise dann in dem Zuge auch seine Klingel. Vielleicht hat es aber auch noch nie eine gehabt. Ich weiß’ es nicht. Eigentlich ist der Blick zurück aber auch gar nicht das Thema, sondern vielmehr der Blick nach vorne: Wir brauchen eine Klingel.

Macht man das richtig, dann muss die Hauswand geöffnet werden, weil eine Verbindung zwischen dem Klingeltaster außen und der Klingeleinheit innen hergestellt werden muss. Eine einfache und nicht sonderlich kostspielige Alternative bieten die kabellosen Klingeln aus dem Baumarkt. Die bestehen aus einem Klingelknopf mit einem Sender und einem Klingelkasten mit einem Empfänger, der mehr oder weniger viele mehr oder weniger schöne Klingeltöne abspielen kann. Im Prinzip reicht es, den Sender neben die Haustür zu schrauben und den Empfänger irgendwo in der Wohnung einzustecken. Der Sender hat eine Batterie und der Empfänger kommt in die Steckdose. Leider sieht das dann so aus:

01Das geht ja irgendwie gar nicht. Schöner wäre doch so ein Klingelknopf, den es etwa im gut sortierten Versandhandel zu erwerben gibt:

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Und so ein schicker Klingelknopf sähe vielleicht ganz nett aus an einen Stamm, der zufällig noch im Hinterhof rumliegt.

03So soll es also sein. Dazu muss in den Stamm eine ebene Fläche in der Form des Klingelknopfes gearbeitet werden. Einem Schreinerei-Profi stellen sich bei den von mir zu diesem Zweck verwendeten Werkzeugen (Taschenmesser und Dremel) möglicherweise die Zehennägel auf. Geklappt hat es schlussendlich aber glücklicherweise dennoch.

04Unter dem Klingelknopf muss auch noch die Elektronik des Senders Platz finden. Dazu wird ein ausreichend breites und tiefes Loch gebohrt.

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Stichwort Elektronik. Die Elektronik der Baumarkt-Kabellos-Klingel muss natürlich noch mit dem neuen Schalter gekoppelt werden. Dazu wird der “Onboard-Taster” herausgelötet und werden an den Kontakten kurze Kabelstückchen angelötet.

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Deren Kabelenden verbindet man nun mit dem neuen Klingelknopf.

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Die Elektronik des Senders kommt in eine kleine Plastiktüte, damit sie das Hamburger Schmuddelwetter übersteht. Dann verschwindet sie in der Bohrung im Stamm. Darüber wird der Klingelknopf geschraubt. Fertig ist die neue Hausklingel.

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Die neue Klingel ändert aber nichts daran, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Unsere Besucher tun sich noch sehr schwer damit, das neue Feature zu nutzen. Stattdessen klopfen sie weiter an die Tür. Ich bereite gerade eine umfassende Schulung vor …

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