Ahoi – Teil 1

Ich habe ein Kindheitstrauma. Ich habe mehrfach erfolglos versucht, ein (Modell-)Boot zu bauen. Es ging los mit einem Holzboot, mit dem ich selber auf der Amper fahren wollte. Weder war es dicht, noch hatte es ausreichend Auftrieb, um einen Menschen – und sei es auch nur ein kleiner Junge – zu tragen. Dann kam mein erstes RC-Modellboot: Elke von Graupner. Den Bausatz habe ich zwar fertiggestellt und es gab sogar eine Jungfernfahrt. Allerdings waren Motor und Akku dermaßen überdimensioniert, dass man nicht von Fahren sprechen konnte. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass Elke ein alter Fischkutter sein soll. Als nächstes habe ich mich an dem Krabbenkutter Tön 12 von Graupner probiert. Sie hat nie Wasser unter dem Kiel zu spüren bekommen, geschweige denn wurde sie mit Elektronik ausgestattet. Mein nächster Versuch Fluppi (ein Speedboot, ebenfalls Graupner) verhielt sich wie ein U-Boot. Der letzte Versuch sollte dann ein vollständig selbst entworfenes Segelboot werden; die unvollendeten Reste vergilben auf dem Dachboden:

segelbootNicht einer der Versuche wurde erfolgreich zum Ende geführt.

Und nun kam das Schicksal in Form eines Winks zu mir. Auf einem Flohmarkt fand ich dieses Polizeiboot von Playmobil:

flohmarktDa war sie. Meine Chance, mein Trauma zu verarbeiten. Mir blieb nichts anderes übrig, als zuzuschlagen und einen Schlachtplan zu entwerfen.

Zunächst muss das Schiff in seine Einzelteile zerlegt werden. Die zentrale Komponente ist natürlich der Rumpf. Wenn es gut läuft, dann werde ich die Aufbauten später wieder aufsetzen, das kommt aber erst am Ende.

auseinandernehmenUm den Antrieb (Schraube, Welle und Ruder) optimal einbauen zu können, habe ich zunächst ein Loch in den Rumpf geschnitten.

rumpf_lochDas Loch habe ich mit einem Teil eines alten Rohres aus einem Waschbeckenabfluss gefüllt. Darin sind das Führungsrohr für das Ruder und das Stevenrohr integriert (das ist das Rohr in dem später die Welle laufen wird).

antrieb_aussen

Die gesamte Konstruktion habe ich mit Sperrholzteilen punktuell verstärkt und ausgerichtet.

antrieb_innenDas Ruder wird mit einem Servo verbunden der wiederum ebenfalls in einer Sperrholzkonstruktion sitzt. An die Welle wird ein kleiner DC-Motor anschlossen und dieser fest mit dem Schiffsrumpf verbunden.

servo_motorDamit sind die Antriebskomponenten fest verbaut, die Schiffsschraube und das Ruder können montiert werden.

ruder_schiffschraubeZuletzt muss noch sichergestellt werden, dass auch von oben kein Spritzwasser in den Rumpf eindringen kann. Dazu habe ich eine Leiste um den gesamten oberen Rand des Rumpfes herum angebracht, auf die das Deck montiert werden kann.

leiste_deckDas Deck wird dazu mit dieser Leiste verklebt. Auch das Deck besteht aus Sperrholz und wurde über eine Schablone passgenau zugeschnitten. In der Mitte ist ein Teil herausnehmbar, damit man auch später noch an die Antriebskomponenten und die Steuerungselektronik (Teil 2) herankommt.

neues_deck-1Zuletzt wird der gesamte Rumpf neu lackiert. Gerade durch den Einbau des Halbzylinders für den Antrieb, waren darauf natürlich deutliche Gebrauchsspuren zu erkennen. Der Rohbau ist damit abschlossen.

frisch_lackiert-1Im zweiten Teil geht es um den Einbau der Steuerungselektronik und vor allem um die Frage: Schwimmt es? Funktioniert es? Ist das Trauma zu überwinden?

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3 thoughts on “Ahoi – Teil 1

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