Wenn die Frage “Wie meistern wir die Digitalisierung?” ist, dann ist ein Buch wie “Einfach Programmieren für Kinder” ein Teil der Antwort

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Diana Knodel, Philipp Knodel: Einfach Programmieren für Kinder, Carlsen Verlag, 2017

Mit der Digitalisierung erwartet uns ein gesellschaftlicher Umbruch, der heute noch nicht in seiner Gänze zu erfassen ist. Aktuell diskutiert man meist darüber, wie man sich den erfolgreichen Umgang damit erkaufen könnte. Zur Disposition stehen etwa ein flächendeckender Ausbau von Breitband-Internetanschlüssen oder die Ausstattung der Schulen mit digitalen Endgeräten wie Computer, Tablets oder Smartboards. Diese Ansätze sind sicher nicht falsch, werden aber wohl nicht ausreichen, die Disruption, die die Digitalisierung mit sich bringt, zu meistern.

Vereinzelt gibt es auch Stimmen, die meinen, dass digitale Bildung der Schlüssel zum Erfolg sein könnte. Gemeint ist damit nicht der Einsatz digitaler Helfer, sondern das Vermitteln der für den Umgang mit der Digitalisierung notwendigen Kompetenzen – etwa das Programmieren.

Und dann gibt es noch die, die nicht nur darüber reden, sondern etwas machen. Zu dieser Gruppe gehört das Start-Up AppCamps. Die beiden Gründer Diana und Philipp Knodel haben jetzt ein wunderbares Buch veröffentlicht: “Einfach Programmieren für Kinder” (http://einfach-programmieren-fuer-kinder.de/buch/). Darin werden Kinder ab acht Jahren spielerisch an das Programmieren herangeführt. Im Zentrum stehen nicht die Herausforderungen, die das Programmieren auch mit sich bringt, sondern der Spaß, etwas zu erschaffen. Durch das Buch führen die zwei Protagonisten, Lea und Paul, die von weiteren Figuren wie dem Datendrachen oder der edlen Variabla unterstützt werden. Sowohl die Charaktere als auch die sonstigen Darstellungen sind unheimlich liebevoll illustriert. Alle Grundkonzepte des Programmierens (von Variablen und Schleifen bis hin zu Funktionen) werden nicht nur vorgestellt, sondern jeweils mit interaktiven Spielen kombiniert. Das Buch ist durch eine kostenlose App ergänzt, die aus jedem Abschnitt eine multimediale Erfahrung macht.

Häufig höre ich, dass Computer und das Programmieren in dem avisierten Alter noch nicht die richtige Beschäftigung für Kinder seien. Ich halte das Gegenteil für richtig. Das Programmieren fördert Kompetenzen, die auch in vielen anderen Lebensbereichen wichtig sind: Kreativität, Teamarbeit, präzises Arbeiten oder logisches Denken, um nur einige zu nennen.

Ein Buch wie “Einfach Programmieren für Kinder” hilft aber nicht nur dabei, die Digitalisierung zu verstehen. Es kann auch die Wurzel eines Prozesses sein, der den Fachkräftemangel lindert. Zurzeit haben wir in unseren Informatik-Studiengängen an den Hochschulen einen erschreckend niedrigen Frauenanteil. Es gibt Studien, die zeigen, dass sich nicht erst Frauen unmittelbar vor der Wahl des Studiengangs gegen die Informatik (und gegen andere technische Studiengänge) entscheiden, sondern Mädchen meist bereits viel früher anders planen; oder schlimmer noch: glauben, anders planen zu müssen. Grundschulkinder (beider Geschlechter) hingegen sind oft begeistert, wenn man sie mit (kindgerecht aufbereiteten) IT-Fragestellungen und -Konzepten konfrontiert. So wie dieses Buch es macht. Vielleicht gelingt es mit Ansätzen und Büchern wie diesem, mehr Mädchen im Grundschulalter für das Programmieren zu begeistern. Wenn wir dann noch perspektivisch zu einer ausgeglichenen Frauen-Männer-Verteilung im Informatik-Studium kommen (bei gleichbleibender Anzahl der männlichen Studierenden), dann wäre ein großer Schritt getan.

Das Buch macht also zwei Dinge richtig: Das richtige Problem angehen und das Problem richtig angehen. Ich kann nur dafür werben, dass es sich bald in vielen Kinderzimmern findet.

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Kling, Glöckchen, Kling!

Man soll es nicht glauben, aber es gibt doch tatsächlich noch Haushalte, die keine Klingel haben. Unseren zum Beispiel. Genauer gesagt: “hatten”. Aber ich will vorne beginnen. Das Haus hat schon eine bewegte Geschichte hinter sich und an irgendeiner Stelle hat es wohl erst seine Haustüre verloren und möglicherweise dann in dem Zuge auch seine Klingel. Vielleicht hat es aber auch noch nie eine gehabt. Ich weiß’ es nicht. Eigentlich ist der Blick zurück aber auch gar nicht das Thema, sondern vielmehr der Blick nach vorne: Wir brauchen eine Klingel.

Macht man das richtig, dann muss die Hauswand geöffnet werden, weil eine Verbindung zwischen dem Klingeltaster außen und der Klingeleinheit innen hergestellt werden muss. Eine einfache und nicht sonderlich kostspielige Alternative bieten die kabellosen Klingeln aus dem Baumarkt. Die bestehen aus einem Klingelknopf mit einem Sender und einem Klingelkasten mit einem Empfänger, der mehr oder weniger viele mehr oder weniger schöne Klingeltöne abspielen kann. Im Prinzip reicht es, den Sender neben die Haustür zu schrauben und den Empfänger irgendwo in der Wohnung einzustecken. Der Sender hat eine Batterie und der Empfänger kommt in die Steckdose. Leider sieht das dann so aus:

01Das geht ja irgendwie gar nicht. Schöner wäre doch so ein Klingelknopf, den es etwa im gut sortierten Versandhandel zu erwerben gibt:

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Und so ein schicker Klingelknopf sähe vielleicht ganz nett aus an einen Stamm, der zufällig noch im Hinterhof rumliegt.

03So soll es also sein. Dazu muss in den Stamm eine ebene Fläche in der Form des Klingelknopfes gearbeitet werden. Einem Schreinerei-Profi stellen sich bei den von mir zu diesem Zweck verwendeten Werkzeugen (Taschenmesser und Dremel) möglicherweise die Zehennägel auf. Geklappt hat es schlussendlich aber glücklicherweise dennoch.

04Unter dem Klingelknopf muss auch noch die Elektronik des Senders Platz finden. Dazu wird ein ausreichend breites und tiefes Loch gebohrt.

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Stichwort Elektronik. Die Elektronik der Baumarkt-Kabellos-Klingel muss natürlich noch mit dem neuen Schalter gekoppelt werden. Dazu wird der “Onboard-Taster” herausgelötet und werden an den Kontakten kurze Kabelstückchen angelötet.

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Deren Kabelenden verbindet man nun mit dem neuen Klingelknopf.

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Die Elektronik des Senders kommt in eine kleine Plastiktüte, damit sie das Hamburger Schmuddelwetter übersteht. Dann verschwindet sie in der Bohrung im Stamm. Darüber wird der Klingelknopf geschraubt. Fertig ist die neue Hausklingel.

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Die neue Klingel ändert aber nichts daran, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Unsere Besucher tun sich noch sehr schwer damit, das neue Feature zu nutzen. Stattdessen klopfen sie weiter an die Tür. Ich bereite gerade eine umfassende Schulung vor …

Das Kind muss endlich Programmieren lernen – Teil 2: Der Rest

Im ersten Teil dieses Posts habe ich bereits das Ziel eingeführt: Es soll eine Plattform, bestehend aus einem Roboter und einem Board, entstehen mit der Kinder erste Schritte in Richtung Programmieren auf spielerische Art machen können. Dieser zweite Teil beschreibt nun den Aufbau und die Programmierung des Programmier-Boards.

Das Board besteht aus mehreren Komponenten. Zunächst sind das acht Slots mit je zwei Buchsen zum Aufstecken der Programmierbausteine. Außerdem gibt es eine zusätzliche Leiste mit vier Slots, die zur Programmierung einer Subroutine verwendet werden können. Auf dieser Leiste kann man eine Folge von bis zu vier Bausteinen kombinieren. Verwendet man dann im eigentlichen Programm einen Subroutinen-Baustein, dann werden anstelle dessen die Subroutinen-Befehle im Roboter angesteuert. Zusätzlich findet man auf dem Board eine LED, die beim Betrieb leuchtet, und einen Start-Knopf. In dem Board sorgt ein Ardunio Mega für die Verarbeitung der Befehle und die Kommunikation mit dem Roboter.

board

In die Slots steckt man zum Programmieren je einen Programmierbaustein. In der aktuellen Version sind vier Baustein-Varianten umgesetzt: Vorwärts, Linksdrehung, Rechtsdrehung, Subroutine aufrufen. Durch Einstecken eines Bausteins in einen Slot erstellt man einen Spannungsteiler. Damit lässt sich auf einem Arduino-GPIO-Eingang eine abfallende Spannung messen und damit der eingesteckte Baustein identifizieren.

spannungsteiler

Der Widerstand R2 ist auf dem Baustein verbaut und verbindet dort die beiden Pins. Die Widerstände R1 (je einer pro Slot auf dem Board) sind auf einer kleinen Platine untergebracht. Die Widerstände R1 haben je 10k-Ohm, für die Widerstände R2 haben zurzeit 1k-Ohm, 1.5k-Ohm, 2.2k-Ohm und 3.3k-Ohm für die vier Bausteintypen in Verwendung. Bei einem Baustein mit einem 1.5k-Ohm-Widerstand lässt sich am GPIO demnach eine Spannung von 5V * 10k-Ohm / (10k-Ohm + 1.5k-Ohm) = 0.87 * 5V messen. Der Input liefert also einen Wert von etwa 891 bei einem Wertebereich 0 … 1023. Die Abstände zwischen den Gruppen müssen natürlich groß genug sein, damit die analogen Eingänge des Arduinos sie auch unterscheiden können. Nach meinen Erfahrungen liegt die Ungenauigkeit der Schaltung und der Messung bei weniger als 0.01V, sodass hier keinerlei Probleme auftraten. Als GPIO-Anschlüsse werden analoge Eingänge des Arduinos verwendet.

widerstaende

Für die Stecker und Buchsen habe ich Modelleisenbau-Stecker verbaut. In jedem Baustein sind die zwei Stecker direkt über den Widerstand R2 verbunden. Die Stecker sind dann in zwei passende Löcher geklopft und sitzen damit ausreichend fest. Als Abdeckung wird noch ein Sperrholzplättchen darüber geklebt, das auf der Innenseite einen Hohlraum für den Widerstand gedremelt bekam. Auf der Boardseite werden jeweils zwei passende Buchsen verwendet, die mit der Widerstandsplatine verbunden sind.

baustein

Das Board kommuniziert mit dem Roboter über Wifi. Der Roboter dient dabei als Server, das Board muss also lediglich Anfragen verschicken. Allerdings hat ein Arduino Mega in der Grundversion keine Wifi-Karte verbaut. Mit dem ESP8266-Chip steht aber eine sehr günstige Lösung bereit. Beim Verbinden des Chips mit dem Arduino ist zu beachten, dass der Arduino mit 5V arbeitet, der ESP8266 aber nur mit 3.3V. Bei der Verbindung ist daher ein Logik-Level-Konverter zwischenzuschalten. Für die Versorgung des Chips mit 3.3V kommt ein AMS1117-Spannungsregler mit einer Ausgangsspannung von 3.3V zum Einsatz. Meine Recherchen haben zwar ergeben, dass dieser eigentlich über eine externe Spannungsquelle versorgt werden sollte; ich habe ihn aber direkt an den 5V-Ausgang des Arduinos angeschlossen und konnte bisher keine Probleme damit feststellen.

esp8266

Das entsprechende Schaltbild sieht so aus:

esp8266_schaltung

Hat man die Hardware korrekt verkabelt, dann kann man über den seriellen Monitor der Arduino IDE mit TX-Befehlen mit dem ESP8266 sprechen. Eleganter und im hier verwendeten Arduino-Sketch auch so umgesetzt geht es aber natürlich über die Verwendung einer Arduino-Bibliothek.

Nun fehlt nur noch die Ansteuerung des Tasters und der LED. Wie so etwas prinzipiell geht, habe ich bereits bei früheren Posts (zum Beispiel bei der Kinderkasse) beschrieben. In beiden Fällen verwendet man einen digitalen GPIO und je einen Pull-Up-Widerstand.

Und das wars. Das Raster, auf dem sich der Roboter bewegt, lässt sich natürlich noch viel ansprechender gestalten. Für die Akzeptanz hilfreich wären wohl Abbildungen von Piraten, Drachen und Dinosauriern. Das kann aber ja noch kommen. Zunächst kann das Programmieren starten. Die gesamte Programmierstation aus Roboter und Board kann man sich in Aktion in diesem YouTube-Video ansehen:

Den Arduino-Sketch für das Board findet man auf GitHub unter https://github.com/pjenke/makerguy.

Jetzt gilt es zu sehen, ob sich das eine oder andere Kind mit diesem Aufbau nicht vielleicht frühzeitig für das Programmieren begeistern lässt.

Das Kind muss endlich Programmieren lernen – Teil 1: Der Roboter

In der letzten Zeit häufen sich die Stimmen, die meinen, das Programmieren in Zukunft eine Kompetenz sein sollte, die alle Kinder frühzeitig erwerben (“Erste Fremdsprache = Programmiersprache”). Selbstredend teile ich diese Meinung. Die Frage ist vielleicht weniger ob man Kinder an das Programmieren heranführt, sondern vielmehr wie man das macht. Das Ziel muss es schließlich sein, Begeisterung zu erwecken. Mit dem Calliope Mini scheint beispielsweise eine erste deutschlandweite Kampagne durchzustarten. Diese richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse. Was aber ist das richtige Einstiegsalter für das Thema? Meine Meinung: Es kann nicht früh genug sein, solange es den Kindern Spaß macht. Ich bin nun über zwei Projekte gestolpert, die vielleicht schon für Drei- bis Vierjährige interessant sein könnten. Zum einen handelt es sich dabei um das Spiel Lightbot von dem im Rahmen der Hour-of-Code auch eine kostenlos spielbare Variante entstanden ist. Und kürzlich bin ich dann auf den Cubetto gestoßen, der das gleiche Prinzip mit einem anfassbaren Aufbau umsetzt. In beide Konzepten ist es das Ziel, einen Roboter mit einfachen Befehlen zu programmieren (“ein Feld vorwärts” oder “90-Grad-Drehung nach links”) und damit einen Parcours zu bewältigen. Das inspirierte mich, ebenfalls einen programmierbaren Roboter zu bauen. Zum Cubetto-Projekt sei erwähnt, dass deren Macher eine Anleitung zum Nachbau des Systems frei veröffentlicht haben. Das finde ich eine prima Idee. Meine Maker-Ehre trieb mich aber dennoch an, eine eigene Lösung zu entwickeln. Dieser Post beschreibt den Aufbau des Roboters. Hoffentlich folgt bald noch die Programmierumgebung, die es erlaubt, dem Roboter Leben einzuhauchen (das erinnert mich daran, dass ich mal mein Boot-Projekt zuende bringen muss …).

Der erste Schritt beim Aufbau des Roboters ist die Konstruktion der Bodenplatte, auf der später die Antriebseinheit und die Steuerungselektronik untergebracht werden. In der Bodenplatte sind bereits die Aussparungen für die Räder vorgesehen.

01_bodenplatte

Das Fahrwerk wird aus Bauteilen zusammengesetzt, die aus alten Märklin-Baukästen stammen. Ich hatte mal in einem Anfall von Nostalgie einige Reste von solchen Baukästen günstig bei ebay zusammengekauft. Bisher hatte ich aber noch gar keinen wirklichen Einsatz dafür. Endlich ändert sich das.

02_achsen

Die beiden Räder werden einzeln gesteuert. Damit wird das Kurvenfahren ermöglicht, ohne das eine Lenkung im eigentlichen Sinne umgesetzt werden muss. Das gleiche Prinzip kommt auch bei Raupenfahrzeugen zum Einsatz: Wenn das Vehikel um eine Kurve fahren soll, drehen sich die beiden Achsen gegenläufig, beim Vorwärts- und Rückwärtsfahren drehen sie sich jeweils in die gleiche Richtung. Den Antrieb für die beiden Achsen liefern zwei Mini-DC-Motoren mit integriertem Getriebe.

03_motor

Nun muss noch für die Ansteuerung der beiden Motoren gesorgt werden. Das Gehirn dafür ist ein NodeMCU v3. Das ist im Prinzip eine Kombination aus einem ESP8266-Wifi-Modul und einem Arduino. Man kann also kabellos damit kommunizieren und gleichzeitig hat man diverse Schnittstellen, um weitere Elektronikbauteile anzuflanschen. Die Ansteuerung der beiden Motoren übernimmt auch gleich ein ganz einfaches und günstiges Bauteil: ein HG7881 Motortreiber. Die Programmierung dieses Bauteils über den Arduino ist ein Kinderspiel.

04_elektonik

Zu guter Letzt soll noch eine Möglichkeit integriert werden, damit der Status des Roboters nach außen vermittelt werden kann. Dazu spendiere ich ihm eine grüne LED, die immer leuchtet, wenn die Stromversorgung steht. Außerdem habe ich einen Neopixel-Ring integriert, der lustige Farbspiele zeigen kann, etwa, wenn eine Programmieraufgabe mit dem Roboter erfolgreich absolviert wurde.

08_neopixels[Beispiel-Lichtspiel-Video durch Klick auf das Bild]

Sowohl die grüne LED als auch der Neopixel-Ring werden in den Deckel des Roboters integriert und mit dem NodeMCU verkabelt.

06_leds

Das Gehäuse wird noch durch einen stylischen Wolf belebt und dann kann sich der Roboter auf den Weg machen.

07_ergebnis

Hoffentlich gibt es bald den zweiten Teil dieses Posts, sodass der Roboter auch programmiert und zum Einsatz gebracht werden kann. Aktuell lässt er sich nur über eine kleine Webschnittstelle und einen Browser steuern. Seine Bestimmung wird er aber erst finden, wenn eine kindgerechte Programmierung unterstützt wird.

Ach ja, und nun noch an alle, die denken: “Ein dreijähriges Kind soll Programmieren lernen? Typisch helikopterartige Drill-Tiger-Eltern! Pfui!” Ja. Stimmt. Bau’ ich trotzdem. So.

PS: In Zukunft werde ich auch Code und Schaltzeichnungen/Verkabelungspläne unter GitHub veröffentlichen: https://github.com/pjenke/makerguy

Früher war mehr Lametta

Irgendwie gehört der Weihnachtsbaum ja schon zum Weihnachtsfest dazu. Letztes Jahr haben wir einen besonders nicht-nadelnden-Bio-Baum-Nordmanntannen-Prachtkerl (so in etwa die Produktbeschreibung) gekauft. Der Geldbeutel war dann leer. Wenige Tage später war dafür das Wohnzimmer voll – mit Nadeln. Das muss doch besser gehen, haben wir gedacht und sind dieses Jahr auf einer Webseite auf eine inspirierende Variante gestossen. So sollte es diesmal auch bei uns werden.

Wir bauen uns also einen Baum aus Holz selber. Von einem alten Schrank hatten wir noch die Rückwand übrig. Darauf haben wir unsere Baum-Silhouette skizziert.

schablone

Diese Schablone wird ausgesägt.

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Nach dem Schleifen sieht der Baum schon ganz nett aus!

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Die Kerzen sollen auf kleinen Plattformen stehen, die an den Baum geschraubt werden. Diese kleinen Holzplättchen werden aus Multiplex-Resten gesägt.

brettchen

Nun ist ein Weihnachts-Tannenbaum natürlich grün, da wollen wir nicht zu weit vom Original abweichen. Im Baumarkt finden wir passende Kreidefarben (der Sprühlack ist für die Kerzenständer) …

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… und bemalen damit unseren Baum.

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Schlussendlich wird der Baum noch mit Kerzenständern versehen und geschmückt. Die Kerzenständer haben eingentlich noch einen Fuß. Den haben wir abgeschnitten und den Rest auf die Holzplättchen geklebt.

detail

Der fertige Weihnachtsbaum wird an der Wand befestigt, damit er die Weihnachtszeit auch unbeschadet übersteht (und hoffentlich noch viele andere).

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Weihnachten kann kommen!

Spielzeug Selber Machen

Kinder lieben Spielzeug. Das ist nun keine bahnbrechende Erkenntnis. Allerdings lieben Kinder nicht immer das gleiche Spielzeug, das auch die Eltern toll finden. Die Rosa-Bunt-Quietsch-Blink-Mafia, die ihre Produkte gerne in Spielwarengeschäften ausstellt, hat beispielweise ein Sortiment, das mich nicht so anspricht. Das Kind soll sich gerne hier und da was davon aussuchen, aber vielleicht lässt sich das ergänzen? Ja, das lässt sich ergänzen: mit DIY-Spielzeug. Das gefällt dem Kind tatsächlich auch, insbesondere, weil man es sogar gemeinsam bauen kann. In den letzten Monaten sind so ein paar Spielzeuge bei uns entstanden von denen ich hier berichten möchte.

Zunächst ist da die Schokoladentafel. Die wird aus Sperrholzresten gemacht. Die einzelnen Stücke werden zurechtgesägt und am Rand ein wenig angeschliffen. Manche Stücke kommen einzeln vor, manche hängen zusammen. Die zusammenhängenden Stücke unterteilt man einfach mit einer kleinen Kerbe. Zuletzt werden die Stücke noch in eine kleine Pappschachtel eingepasst – fertig ist die Schokoladentafel.

schokolade

Von der Schokoladentafel zum Einkaufsladen ist es eigentlich nicht mehr weit. Fehlt nur noch das Zahlungsmittel. Mit der Kinderkasse ist das bargeldlose Zahlen bereits vorgesehen. Vielleicht ist es aber dennoch schön, auch ein paar Münzen klimpern zu lassen. Ein Eierbecher dient als Schablone für etwas Karton-Zuschnitt. Die Scheiben werden beidseitig mit Gold- oder Silberstift angemalt und bekommen ihre Wertzahlen. Los geht’s mit der kapitalistischen Früherziehung!

muenzen

Digitalisierung ist in aller Munde, vielleicht haben wir ja bald alle Haushaltsroboter. Höchste Zeit, dass auch das Kind auf diese Zeit vorbereitet wird. Auch für den Roboter kommen lauter kleine Holzreste zum Einsatz. Der T-förmige Torso zeigt, wie stark der Roboter ist. Die Gliedmaßen und der Kopf werden mit Schrauben am Rumpf befestigt. Dazu werden die Löcher vorgebohrt, damit die einzelnen Teile zueinander beweglich bleiben. Asimov freut sich!

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Das Wasser haben wir ja bereit mit dem Boot erobert. Fehlt noch der Luftraum. Auch hier setzen wir das Fahrzeug aus Holzresten zusammen. Der Rumpf wird aus einer Leiste mit quadratischem Querschnitt gefertigt. Die beiden Enden sind dynamisch und luft-schnittig abgeschrägt. Die Flügel und die Heckflosse werden aus Sperrholz gesägt. Zur Befestigung werden in den Rumpf passende Kerben geschnitten und die Bauteile mit einem kleinen Nagel fixiert. Die Passagiere bekommen einen Gummigurt und nehmen (nicht ganz realitätsgetreu) auf der Maschine Platz.

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Das Kind hat neuerdings die Dinosaurier für sich entdeckt. Einem Buch zum Thema ist zu entnehmen, dass man die Knochen der Dinosaurier in der Erde finden kann und einfach ausbuddeln muss. Leider hat eine erste Suche im Garten dieses Versprechen nicht halten können. Als Abhilfe dienen diese beiden Knochenattrappen, die aus Sträucher-Schnitt-Holz entstanden sind. Die können wunderbar in der Sandkiste verbuddelt werden und dann von dem Mini-Archäologen geborgen und natürlich klassifiziert werden (“Tyrannosaurier oder Flugsaurier?” Man weiss es nicht.).

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Zugegeben, all’ das Spielzeug erfährt nicht immer die gleiche Aufmerksamkeit wie das aus der Glitzer-Bunt-Fraktion. Als kleine Ablenkung zwischendrin ist es aber allemal geeignet.

Ein Dach über dem Kopf

Kinder verkriechen sich gerne in Höhlen. Oder klettern über Hindernisse. Oder machen die Tür hinter sich zu; und wieder auf. Nicht selten aber stehen dabei die Eltern im Wege, die etwa behaupten, dass ein Küchenschrank gar keine geeignete Höhle sei (außer vielleicht für die Töpfe). Zeit, dass die Kinder ausziehen. Raus aus dem Wohnraum und ab in den Garten. Rein ins Spielhaus. Da ist das Kind der Boss.

Daher soll in unserem Garten also ein Spielhaus entstehen. Das von Grund auf selber zu konstruieren und insbesondere das Material zurechtzusägen, war mir aber zu aufwändig. Spielhäuser kann man nämlich auch in vielen Variationen als Bausätze kaufen; entweder im Baumarkt des Vertrauens, oder – wie bei uns – über das Internet. Einfach nur ein solches Haus in den Garten zu stellen, war mir aber dann doch zu einfach. Wenn schon Bausatz, dann sollte der wenigstens auf Stelzen stehen und eine Veranda haben und Aufgänge … aber fangen wir vorne an.

Ein Spielhaus auf Stelzen benötigt ein ordentliches Fundament. Darin habe ich ja schon Erfahrung und so sind die vier Pfostenträger schnell im Boden verankert.

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Als nächstes kommt die Stelzenkonstruktion. Ich dachte, dass ich da einfach beim Holzhändler um die Ecke anfrage. So ein paar Balken können ja nicht die Welt kosten. Mit Erhalt der Preisauskunft, fiel mir aber erst einmal die Kinnlade runter. Die kosten beinahe nochmal soviel wie der Bausatz für das ganze Haus. Und dann hat man noch keine Aufgänge.

Durch einen glücklichen Umstand hörte ich gerade rechtzeitig von einem Förster ein paar Dörfer weiter, der sägerauhes Holz aus seinem Forst zu günstigen Preisen verkauft. Maße übermittelt, Transporter gemietet und schon liegt die Auffahrt voller Holz in verschiedenen Stärken und Längen.

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Im Gegensatz zur Bestellung beim Holzhändler ist das Holz aber noch weit entfernt von den für den Bau notwendigen Maßen. Entsprechend aufwändig fällt das Zuschneiden aus, insbesondere, da ich keine Kreissäge sondern nur eine mittelprächtige Stichsäge mein Eigen nenne. Früher oder später ist aber alles zugeschnitten.

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Leider ist es auch damit noch nicht getan. Damit Kinder mit dem späteren Spielhaus spielen können, muss das Holz noch ordentlich geschliffen werden. Eigentlich wäre wohl fast Hobeln einfacher gewesen.

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Dann kann es endlich mit dem eigentlichen Bau losgehen. Der Stelzenrahmen wird in die Pfostenträger eingelassen und verschraubt.

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Die Anleitung ist zwar nicht ganz trivial zu durchschauen aber in Summe lässt sich auch das Gestell des Spielhaus-Bausatzes gut zusammenbauen.

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Und wie in allen anderen Projekten gilt auch hier: Ist der erste Schritt getan, dann läuft es fast von selber.

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Die größte Herausforderung war der Dachstuhl, da er losgelöst von der restlichen Konstruktion zusammengesetzt wird. Im Anschluss muss er natürlich dennoch zum Rest passen. Insgesamt ist aber keine Millimeterarbeit erforderlich und was nicht passt, wird eben passend gemacht.

Hier endet das, was der Bausatz beinhaltet (bis auf Fenster und Türen, die ich später zusammengesetzt habe und die man auf den Bildern weiter hinten in diesem Post noch sehen kann). Es fehlen aber noch Möglichkeiten, das Haus zu betreten. Der Boden befindet sich auf einer Höhe von etwa 1.2 m, da hüpfen die Kleinen nicht mal eben so hoch.

Wir haben uns zum Überwinden des Höhenunterschieds für zwei Aufgangstypen entschieden. Auf der einen Seite führt eine Treppe hinauf, auf der anderen Seite eine Kletterrampe. Hier sind die beiden Seitenteile der Treppe zu sehen:

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Verschraubt mit den Treppenstufen und einem Endbrett sieht es schon recht Treppen-artig aus.

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Im endgültigen Ausbau am Spielhaus bekommt die Treppe auch noch ein ordentliches Geländer.

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Die Kletterrampe ist zunächst nur eine schiefe Ebene. Die Klettergriffe, die man aus den Kletterhallen kennt, waren uns zu teuer. Da tun es auch ein paar Aststücke von Bäumen und Sträuchern, die in der letzten Zeit gerodet wurden.

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Um zu guter Letzt dem Spielhaus ein wenig Villa-Kunterbunt-Flair zu geben, wird die letzte offene Flanke mit einem Zaun verschlossen.

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Und fertig ist das Spielhaus (hier auch mit Tür und Fensterläden):

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Nein, ganz fertig ist es noch nicht. Es muss dringend noch einen Anstrich bekommen, damit es ein paar Jahre übersteht. Überhaupt wurde es jetzt zu einem Zeitpunkt im Jahr fertig, der gar nicht mehr so sehr zur Benutzung einlädt. Die Stufen sind fast immer glitschig und zum im-Haus-Sitzen ist es schon zu kalt. Wir setzen unsere Hoffnungen also auf den nächsten Frühling.

Und dann – so hoffen wir weiter – wird das Stelzen-Spielhaus ordentlich beklettert, genutzt und bespielt.